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News Schonende Inkontinenzbehandlung: Bindegewebe mit Netz und Bändern stärken
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In Österreich gilt Prim. Dr. Burghard Abendstein, Leiter der Gynäkologie am LKH Feldkirch, als ausgewiesener Experte für Integraltheorie. Am Wochenende lädt er Gynäkologen ins Vorarlberger Schwerpunktkrankenhaus zum Symposium zu diesem Thema.
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Zur Unterstützung des geschwächten Bindegewebes werden heute je nach Beschwerde Kunststoffbänder oder Kunststoffnetze eingebracht. Die Gewebe spürt weder die Frau noch ihr Partner, sie werden gut vertragen und lösen sich nach dem Erstarken des natürlichen Gewebes zum Teil wieder auf.
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  Schonende Inkontinenzbehandlung: Bindegewebe mit Netz und Bändern stärken

25 Jahre Integraltheorie - hochkarätiges Symposium an der Gynäkologie Feldkirch

Das Thema Inkontinenz und Bindegewebsschwäche am Beckenboden ist für die betroffene Frau äußerst unangenehm: Harndrang und Unsicherheit sind ständige Begleiter, der Weg beim Einkauf etwa muss nach den leicht zu erreichenden Toiletten gewählt werden. Bei der Behandlung dieser sehr belastenden Erkrankung zählen die Expertise und Erfahrung des Behandlers und die Wahl der richtigen Therapiemethode unter Berücksichtigung der individuellen Ursache. Eine wesentliche Rolle für Diagnose und Behandlung spielt die sog. Integraltheorie. In Österreich gilt Prim. Dr. Burghard Abendstein, Leiter der Gynäkologie am LKH Feldkirch, als ausgewiesener Experte dafür. Nun lädt er Gynäkologen ins Vorarlberger Schwerpunktkrankenhaus zum Symposium mit dem Gründer dieser für Patientinnen wichtigen Theorie, Prof. Peter Petros.

Die sog. Urogynäkologie ist ein Teilgebiet der Gynäkologie, welches sich vor allem mit Inkontinenz und Entleerungsstörungen beschäftigt. Ursache für diese äußerst unangenehme Erkrankung bei der Frau sind meistens Defekte im Bindegewebe, „das sind  kritische Momente im Leben einer Frau wie etwa Risse bei der Geburt oder eine hormonelle Gewebsschwächung bei Eintritt in den Wechsel“, erklärt Prim. Dr. Burghard Abendstein. Die Folgen können entweder eine Belastungsinkontinenz mit Harnverlust bei Niesen oder Husten bzw. körperlicher Belastung oder eine Dranginkontinenz, bei welchem die Betroffene den ständigen Drang verspürt, zur Toilette zu müssen - und es manchmal auch nicht mehr rechtzeitig dorthin schafft. Betroffen von Inkontinenz und Entleerungsstörungen ist jede 5. Frau im Alter von 50+ - damit handelt es sich um ein weit verbreitetes Problem. Die häufigsten Beschwerden sind unfreiwilliger Harnverlust sowie Stuhl- und Windabgang - oder auch das Gegenteil: unvollständige Entleerung von Darm oder Blase.

Integration aller Faktoren bei Diagnose und Behandlung
„Ursprünglich hatte man in der Medizin angenommen, dass diese Beschwerden auf eine Fehlleistung der Blase zurückzuführen seien. In den frühen 90er Jahren hatte Prof. Peter Petros erkannt, dass gerade die Beschaffenheit des gesamten Bindegewebes im Beckenboden der Frau hier die zentrale Rolle spielt. Dazu zählen Bänder, welche die Harnröhre, die Scheide, die Gebärmutter und der Mastdarm fixieren, und damit eine wichtige Funktion sowohl für die Blase als auch für das Rektum erfüllen. Das Bindegewebe am kleinen Becken hält bzw. stabilisiert die Blase wie ein Korsett“, führt Prim. Abendstein aus. Integraltheorie bedeutet somit, alle Faktoren, die bei der Beckenbodenfehlfunktion eine Rolle spielen, zu integrieren. „Dabei geht es um die Wiederherstellung der Funktion - mit der richtigen Methode für jede individuelle Ursache. Im Fokus haben wir die Patientin und ihre Beschwerden“, so Abendstein. Die Diagnosestellung erfolgt im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs und durch eine genaue klinische Untersuchung, welche durch eine Ultraschalluntersuchung und manchmal durch eine urodynamischen Messung (einer Druckflussmessung in Blase und Harnröhre mit einem Spezialkatheter) ergänzt wird.

Behandlung: „spannungsfreie Chirurgie“ 
Zur Unterstützung des geschwächten Bindegewebes werden heute - je nach Beschwerde - Kunststoffbänder oder Kunststoffnetze eingebracht, wofür es Erfahrung und Fingerspitzengefühl des Operateurs braucht, wenn es z.B. um die Entscheidung der Größe des Netzes und dessen Einbringen an die richtige Stelle geht, erklärt der Gynäkologe des Schwerpunktkrankenhauses. Früher wurde bei einer Senkung des Beckenbodens die gesamte Gebärmutter entfernt, heute arbeiten Experten organerhaltend und schonend. Ziel der modernen Methode ist es, dass der Körper um das eingebrachte Kunststoffgewebe neues Bindegewebe aufbaut, das künstliche Netz oder Band verbleibt im Anschluss im Körper. “In Feldkirch verwenden wir, wo es möglich ist, ein gut verträgliches  Polypropylen-Material, das sich nach rund 4 Monaten - nachdem sich Gewebe aufgebaut hat - zum Teil auflöst. So bleibt weniger Fremdmaterial im Körper. Auch wichtig ist mir zu erwähnen, dass diese Gewebe weder von der Frau noch von ihrem Partner wahrgenommen werden. Eine Besserung der Inkontinenz allerdings tritt unmittelbar nach der Operation ein - und damit können wir das Leben der Patientin ungemein erleichtern. Die Materialien bringen wir möglichst schonend ein - entweder vaginal, und damit ohne sichtbaren Schnitt, oder bei speziellen Fällen über eine Bauchspiegelung.“ Am LKH Feldkirch operieren Prim. Abendstein und sein Team derzeit jährlich ca. 200 betroffene Frauen, Tendenz steigend

LKH Feldkirch: Symposium mit Urheber der Integraltheorie
Vor 25 Jahren publizierte Prof. Peter Petros die Integraltheorie, welche seither die klinische Praxis der Urogynäkologie wesentlich beeinflusst hat. Dies nimmt Prim. Dr. Burghard Abendstein, der gemeinsam mit Petros zahlreiche Fachbeiträge veröffentlicht hat, zum Anlass, von 26.-27. Mai, Gynäkologen aus dem deutschsprachigen Raum zu einem besonderen Symposium im LKH Feldkirch einzuladen: Der Freitag ist ein Praxistag mit Live-Übertragungen von Inkontinenz- und Senkungsoperationen aus dem OP zum Zweck der Demonstration operativer Eingriffe sowie ein Vortrag zur Integraltheorie von Prof. Petros. Im zweiten Teil der Veranstaltung beleuchten Experten den theoretischen Hintergrund der modernen Behandlungsmöglichkeiten

 


© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (24.05.2017)
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