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News 30 Jahre Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch
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Die Fachrichtung Plastische Chirurgie feiert ihr 30jähriges Bestehen in Österreich und die Experten aus dem ganzen Land trafen sich zur Fachtagung im LKH Feldkirch
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Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher war der Mann der ersten Stunde der Plastischen Chirurgie in Vorarlberg und führt seit 1988 die Schwerpunktabteilung.
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Beim Fachsymposium: v.l. Prof. Dr. Heribert Hussel, Prof. Dr. LarsPeter Kamolz, MSc, Prof. Dr. Anton Schwabegger, Prof. Dr. Christine Radke, MBA, Doz. Dr. Rupert Koller, LR Dr. Barbara SchöbiFink, Prim. Prof. Dr. Peter Kompatscher, Prof. Dr. Erwin Scharnagl, Dir. Prim. Doz. Dr. Peter Fraunberger, Dir. Dr. Gerald Fleisch
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  30 Jahre Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch

Das medizinische Fach der Plastischen Chirurgie wurde in Österreich erst im Jahre 1988 als eigenständige Fachrichtung anerkannt. Bereits damals zeigte sich Vorarlberg hochinnovativ und visionär: 1987 bereits wurde Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher bestellt und mit der Leitung einer Plastisch-chirurgischen Abteilung am Landeskrankenhaus Feldkirch beauftragt. So begann die erfolgreiche Geschichte der Schwerpunktabteilung. Am LKH Feldkirch wurde nun das 30jährige Bestehen mit einem eindrucksvollen Symposium und namhaften Plastischen Chirurgen aus dem deutschsprachigen Raum gefeiert.

„Die Wiederherstellung bei Deformationen mit dem Ziel, Form und Funktion des menschlichen Körpers wieder einzurichten, war dem Menschen von jeher ein Anliegen“, beschreibt Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher die Motivation für die Entstehung der Disziplin der Plastischen Chirurgie. „Historisch ist belegt, dass die erste Nasenrekonstruktion bereits 700 v.Chr. durchgeführt worden war“, erklärt der Experte und Abteilungsleiter der ersten Stunde. In Vorarlberg, am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch, wurde 1988 als eine der ersten Institutionen in Österreich die Abteilung für Plastische Chirurgie mit 8 Betten eingerichtet und Kompatscher mit der Leitung betraut. Zuvor war diese Disziplin ein Zusatzfach der Chirurgie und ist erst seit 1988 ein eigenes Nominalfach. Heute führt die Abteilung 16 Betten, insgesamt gibt es jährlich knapp 6.000 Patientenkontakte. „Prim. Prof. Kompatscher ist in mehrfacher Hinsicht eine außerordentliche Persönlichkeit. Seine Menschlichkeit, seine umfassende fachliche Expertise, sein hohes Berufsethos, sein unermüdlicher Einsatz sowie sein Humor prägen Medizinergenerationen. Wir - die Vorarlberger Krankenhäuser - und die Vorarlberger Bevölkerung dürfen ihm für seinen Wirken danken“, gratulierte auch Geschäftsführer Dir. Dr. Gerald Fleisch dem Abteilungsleiter und seinem Team beim Festsymposium zum 30jährigen Jubiläum.

Veränderungen dreier Jahrzehnte stets mitgetragen

„Aus retrospektiver Sicht der Entwicklung unseres Faches haben sich zahlreiche Innovationen sowohl in der Medizintechnik als auch in der Behandlung ergeben. Diese Entwicklungen hat unsere Abteilung stets zeitnah mitgetragen, was einen besonderen Vorteil sowohl für Patienten als auch für jene, die die Facharztausbildung bei uns absolvieren, darstellt“, ist sich Professor Kompatscher über den guten Ruf seiner Abteilung und seines Teams über die Grenzen hinaus sowohl bei Patienten als auch bei Ausbildungsärzten bewusst. So hat besonders auch die demographische Entwicklung Einfluss auf das Behandlungsspektrum und Veränderungsfähigkeit des Faches: Denn mit steigendem Alter in der Bevölkerung erhöht sich auch die Anzahl der Tumorerkrankungen - und ihrer Behandlungen. Daneben sind es die medizintechnischen Innovationen wie etwa die Verbesserung von Mikroskopen, die das Arbeiten der Ärztinnen und Ärzte der Plastischen Chirurgie erleichtern. Neben dem Schritthalten mit Innovationen wurde von Beginn an auch die akademisch-wissenschaftliche Forschung vorangetrieben; die Abteilung kann zahlreiche, anerkannte Publikationen zum Beispiel in der plastische- chirurgischen Defektdeckung, in der Brust- und Lidchirurgie sowie bei körperformenden Eingriffen, und im Wundmanagement vorweisen Dieser stete Forschungsgeist hat ebenfalls zum guten Ruf des universitären Lehrkrankenhauses viel beigetragen.

Über 30.000 Eingriffe seit 1988

Der Feldkircher Abteilungsleiter beschreibt die Verantwortung seiner Abteilung für Plastische Chirurgie am LKH Feldkirch so: „Unsere Behandlungsschwerpunkte und unser Versorgungsauftrag als Monopolabteilung im Bundesland Vorarlberg liegen in den Bereichen der Tumor-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie in den Verbrennungsbehandlungen und natürlich auch in der ästhetischen Chirurgie. Insgesamt haben wir seit Bestehen der Abteilung über 30.000 Eingriffe vorgenommen.“ Davon entfallen weit über die Hälfte der Operationen auf den Bereich der Tumor- sowie die Wiederherstellungschirurgie. Hierbei arbeitet das Ärzteteam rund um Kompatscher mit fast allen Abteilungen im LKH Feldkirch zusammen. Entstellende Tumorresektionen in sichtbaren Bereichen oder das Beheben von Funktionseinschränkungen zählen zu den Routineaufgaben, gleiches gilt für angeborene wie auch erworbene körperliche Defizite. Eines der wichtigsten Behandlungsgebiete der Plastischen Chirurgie Feldkirch ist die Mikrochirurgie. Mikrochirurgische Eingriffe erfahren rund 20% der Patienten, operiert werden beispielsweise angeborene Fehlbildungen wie überzählige oder zusammengewachsene Finger, Nervenerkrankungen, Tumorerkrankungen oder auch Unfallverletzungen an der Hand. Rund 10% der Operationen sind der Ästhetischen Chirurgie zuzuordnen, weitere 10% der Behandlungen betreffen Verbrennungsopfer.  

Symposium: Koryphäen der Plastischen Chirurgie mit hochkarätigen Vorträgen in Feldkirch

Zum Jubiläumssymposium der Plastischen Chirurgie Feldkirch haben sich hochkarätige Referenten die Ehre gegeben: So referierten Kompatschers Wegbegleiter Univ. Prof. Dr. Erwin Scharnagl vom Universitätsklinikum Graz über die Geschichte der Plastischen Chirurgie in Österreich und Univ. Prof. Dr. Heribert Hussel von der Universitätsklinik Innsbruck berichtete über Innovationen in der Handchirurgie. Univ. Prof. Dr. Anton Schwabegger, ebenfalls aus Innsbruck, offerierte den Teilnehmern einen Ausblick in die Zukunft des medizinischen Faches. Im zweiten Teil referierte der Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Graz Univ. Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz über die regenerative Medizin in der Plastischen Chirurgie, die Leiterin der Abteilung für Plastische Chirurgie am AKH Wien Univ. Prof. Dr. Christine Radtke stellte Innovationen in der Plastischen Chirurgie von der Rekonstruktion bis zur Regeneration vor. Über die Rolle des Faches im Brustgesundheitszentrum informierte am Ende des Vormittags der Leiter der Plastischen Chirurgie des Wiener Wilhelminenspitals Univ. Doz. Dr. Rupert Koller.


Zahlen/Daten/Fakten Schwerpunktabteilung für Plastische Chirurgie LKH Feldkirch

  • Gegründet 1988 (6 Betten)
  • Leitung seit 1988: Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher
  • 3 Fachärzte
  • 3 Assistenzärzte, 1 Sekundarärztin
  • 16 Betten
  • 1 Koje für Brandopfer
  • 5.824 Erst-und Kontrolluntersuchungen
  • stationäre Aufnahmen 974/Jahr 2017
  • Eingriffe Jahr 2017: 1.528

   

Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher

Der gebürtige Südtiroler Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Kompatscher hat seine Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie an der Univ. Klinik Ulm und Innsbruck absolviert. Anschließend hat er die Zusatzausbildung in Plastischer Chirurgie unter Prof. Wilflingseder in Innsbruck abgeschlossen. Seit 1988 leitet er die Plastische Chirurgie im Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch und hat dieser zu nationalem und internationalem Ruf verholfen. Bereits 1997 wurde die Abteilung als erste in Österreich von der EU als anerkannte Ausbildungsstätte akkreditiert. Für seine internationalen wissenschaftlichen Publikationen und akademischen Aktivitäten im Bereich der Hand- und Brustchirurgie (Habilitation 2005), die langjährige Lehrtätigkeit an der Universität Innsbruck sowie standespolitischen Bemühungen im Fach der Plastischen Chirurgie wurde ihm 2015 der Titel Universitätsprofessor verliehen.

 

Plastische Chirurgie: Leistungsbeschreibung im Detail

Hand- und Mikrochirurgie

Eines der wichtigsten Behandlungsgebiete der Plastischen Chirurgie Feldkirch ist die Mikrochirurgie. Operiert werden beispielsweise angeborene Fehlbildungen wie überzählige oder zusammengewachsene Finger, Nervenerkrankungen, Tumorerkrankungen oder auch Unfallverletzungen an der Hand. „Wir reparieren und ersetzen Defekte,  auch mikroskopisch kleine Strukturen wie Nerven, Gefäße oder Sehnen und arbeiten funktionsbezogen im Sinne der Wiederherstellungschirurgie. Dank der Weiterentwicklung der Medizintechnik ist es uns möglich, unser Operationsfeld enorm zu vergrößern (Visusverstärkung) und noch exakter zu arbeiten“, erklärt Kompatscher. Die Experten verwenden so genannte Uhrmacherpinzetten von 0,1 mm Durchmesser, um die zum Teil hauchdünnen Strukturen zu reparieren.

Behandlung von Tumoren und Wiederherstellungschirurgie

Die Mikrochirurgie spielt grundsätzlich auch bei Tumoroperationen im Sinne der anschließenden Wiederherstellungschirurgie eine wichtige Rolle: „Wenn wir einen Defekt, der wichtige Gewebestellen betrifft, ersetzen müssen, z.B. nach Speiseröhrenverlust oder einen Brustaufbau mit Eigengewebe, ist es notwendig, dass wir durchblutetes Gewebe von einem Ort des eigenen Körpers an einen anderen Ort verpflanzen. Bei diesem sog. Gewebstransfer nähen wir beispielsweise unter dem Mikroskop die ernährenden Blutadern zusammen“, beschreibt der plastische Chirurg die Herausforderungen. Geht es um das Gebiet der Tumorchirurgie, arbeitet das Ärzteteam rund um Kompatscher mit fast allen Abteilungen im LKH Feldkirch zusammen. Entstellende Tumorresektionen in sichtbaren Bereichen oder das Beheben von Funktionseinschränkungen zählen hier zu den Routineaufgaben, gleiches gilt für angeborene wie auch erworbene körperliche Defizite.

Behandlung von schweren Verbrennungstraumen

Verbrennungen können zum schwerstmöglichen Verletzungsbild des menschlichen Körpers führen. „Sind bei Brandverletzten über 20% der Körperoberfläche betroffen, sprechen wir von schweren Verbrennungen.“ Dann wird Spitzenmedizin geleistet, denn die Therapie ist schwierig - und langwierig. Die Plastische Chirurgie arbeitet hier eng mit der Intensivmedizin zusammen, um dem Betroffenen zu helfen. Im Lauf der Zeit müssen dann viele weitere Folgeoperationen an den verbrannten Stellen durchgeführt werden. „Am LKH Feldkirch haben wir neben dem AKH Wien als einziges österreichisches Krankenhaus spezielle Intensivkojen für Brandopfer mit schweren Verbrennungen.“  Durch diese Units, die der Isolation dieser immunsupprimierten Patienten dienen, haben beispielsweise Patienten mit einem Verbrennungsgrad von 80% ihrer Körperoberfläche überlebt. „Ein Index für uns ist hier Alter in Relation zur verbrannten Oberfläche. Allerdings haben sich solche Unfälle in den letzten fünf Jahren enorm reduziert, hier greifen die präventiven Maßnahmen am Arbeitsplatz und im Haushalt ausgezeichnet.“

Ästhetische Chirurgie: individuelle Veränderung der Norm

Bei Eingriffen im Feld der ästhetischen Chirurgie handelt es sich um Veränderungen von Normbefunden auf Wunsch der Patienten. Primar Kompatscher schildert, worin gerade in diesem Gebiet die Herausforderungen liegen: „Normen werden von der Gesellschaft aufgestellt, die Norm zur Ästhetik hat sich in der Wahrnehmung heute sehr verändert. Ursprünglich hat sich dieses Fachgebiet ebenfalls aus der Wiederherstellungschirurgie entwickelt, ist aber heute eine freiwillige Entscheidung des Individuums/des Patienten zu einem formverbessernden Eingriff. Wir stehen selbstverständlich mit unserer Expertise beratend zur Verfügung, nur: Die Indikation für diese Eingriffe ist immer der subjektive Leidensdruck und nicht ein verunstaltender Schaden.“ Und manchmal seien die Grenzen zwischen rekonstruktiver und ästhetischer Medizin fließend.

 


© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (14.04.2018)
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