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Home Ein begehbares Medikament, ein begehbares Sakrament
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Am Freitag, 16.11.2018, weihte Bischof Benno Elbs die restaurierte Krankenhauskapelle am LKH Bregenz mit einer emotionalen Messfeier wieder ein.
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LR Christian Bernhard: Gerade in Krankenanstalten ist es wichtig, als Gegenpol zur Maschinerie der Diagnosen und Therapien, auch die seelischen Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen aber sicher auch hin und wieder von Mitarbeitenden zu berücksichtigen und, wie hier, Räume zu schaffen, die Einkehr, Ruhe und Kontemplation ermöglichen sozusagen ein begehbares Medikament".
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v.l. Bischof Benno Elbs, LR Christian Bernhard, Krankenhausseelsorger Johannes Heil, KHBGDirektoren Gerald Fleisch und Peter Fraunberger, Susanne Fink (Kultur Land Vorarlberg), Chefarzt Michael Rohde, Pflegedirektor Bernd Schelling, Verwaltungsdirektor Andreas Lauterer
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Innenaufnahmen Fotograf Gerhard Klocker
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  Ein begehbares Medikament, ein begehbares Sakrament

Wiedereröffnung der Kapelle am LKH Bregenz

1975 wurde die Kapelle am Krankenhaus Bregenz eingeweiht. Damals noch Stadtspital, wurde dieser Raum der Stille und Medit­ation bei Architekten Karl Sillaber sowie bei Akad. Maler Heinz Greissing in Auftrag gegeben. Im Zuge der aktuellen Umbau- bzw. Revitalisierungsarbeiten am LKH Bregenz wurde nun diese Kranken­hauskapelle komplett grunderneuert und dem modernen Standard angepasst. In Zusammenarbeit zwischen der Kulturabteilung des Landes, der Projektleitung, den Architekten und dem gestaltenden Künstler legte man höchs­ten Wert auf den Erhalt der ursprünglichen Gestaltung hinsichtlich Materialisie­rung, Licht, Farbe, Geometrie und Textur. Am Freitag, 16.11.2018, wurde die Kapelle in neuem Glanz wieder eingeweiht. Bischof Benno Elbs leitete die Messfeier, anwesend waren auch Architekt Karl Sillaber sowie LR Christian Bernhard.

Eine Kapelle in einem Krankenhaus lädt zum Rückzug ein - in Zeiten der Krankheit, für die Hoffnung - oder auch zur persönlichen Kontemplation. Es ist kein Raum, der ein Krankenhaus ausmacht - wie etwa ein Operationssaal. Aber es ist ein Raum, der angesichts der unterschiedlichen Schicksale, die in einem Krankenhaus anzutreffen sind, zur Besinnung einlädt, und zwar alle Menschen, die eine Zeit der Stille brauchen. Darin besteht die Notwendigkeit einer Krankenhauskapelle - und ihre Daseinsberechtigung wie die Wertschätzung, diesen Raum zu erhalten: Diese Entscheidung, nämlich die 40 Jahre alte Kapelle zu erhalten, fiel im Jahr 2016 im Zuge der Erweiterung und Sanierung des Landeskrankenhauses. In Abstimmung mit dem ursprünglichen Architekten Karl Sillaber, dem Künstler Heinz Greissing, den Abteilungen Hochbau und Kultur im Amt der Vorarlberger Landesregierung und dem mit der Erweiterung und Sanierung beauftragten Architekturbüro Baumschlager Eberle wird die Kapelle 2018 aufwendig restauriert. Die Einrichtung wurde, so weit möglich, aufgearbeitet oder originalgetreu erneuert. Erneuert sind die Decke, der Boden und die Wände sowie auch die Beleuchtung, zudem war eine lüftungstechnische Generalsanierung notwendig, die seitlichen Paravents wurden restauriert. Der ursprüngliche Teppichboden wurde gemäß den Vorgaben des heute noch lebenden Künstlers rekonstruiert. Die Verlegung erfolgte fachgerecht durch eine Vorarlberger Bodenlegefirma. Die Möblierung wurde aus dem Bestand übernommen und ergänzt. Für die Gesamtsanierung der Kapelle wurden € 248.000,-- aus dem Budget „Kunst am Bau“ vorgesehen und entnommen.

Ein Raum der Stille zwischen Freude und Leid, Hoffnung und Heilung
„Ein Krankenhaus ist wie in ein Brennspiegel. Hier treffen Freude und Leid, Hoffnung auf Leben und Heilung und das Wissen um menschliche Grenzen auf einem Punkt zusammen. Um in dieser Spannung Halt zu finden, ist die Kapelle als Raum der Stille und des Gebets unendlich kostbar. Allen, die mit Freuden oder mit Sorgen hierher kommen, wünsche ich, dass sie im Blick auf das Größere, das wir Christen Gott nennen, Kraft, Hoffnung und Heilung finden können“, eröffnete Bischof Dr. Benno Elbs feierlich den so wichtigen Raum für das LKH Bregenz. Auch LR Christian Bernhard freute sich über die Wiedereinweihung der Krankenhauskapelle: „Bei allen Hochbauten des Landes besteht die Vorgabe, dass ein Prozent der Nettoerrichtungskosten für Kunst verwendet wird. Dadurch konnten in den vergangenen Jahren bemerkenswerte künstlerische Projekte umgesetzt werden. Gerade in Krankenanstalten ist es wichtig, als Gegenpol zur Maschinerie der Diagnosen und Therapien, auch die seelischen Bedürfnisse von Patienten, Angehörigen aber sicher auch hin und wieder von Mitarbeitenden zu berücksichtigen und, wie hier, Räume zu schaffen, die Einkehr, Ruhe und Kontemplation ermöglichen - sozusagen ein „begehbares Medikament“, damit es einem besser geht. Ich freue mich über die gelungene Neugestaltung der Kapelle, die in Abstimmung mit Architekt Karl Sillaber, dem Künstler Heinz Greissing, den Abteilungen Hochbau und Kultur im Amt der Vorarlberger Landesregierung und dem mit der Erweiterung beauftragten Architekturbüro Baumschlager Eberle aufgearbeitet und originalgetreu umgesetzt wurde.“

Linien und Kreise - grafische Symbole für Kraft und Geist Gottes
Entsprechend der Zeit wurde aus der Kapelle eine offene Kirche für alle, ein Ort der Stille für Menschen, die Ruhe suchen und Kraft schöpfen wollen. Heute wird die Kapelle nicht nur von Christen, sondern von Menschen aller Religionen oder auch ohne Religion als ein Ort der Stille und des Gebetes angenommen. Für den langjährigen Krankenhausseelsorger Johannes Christoph Heil spielt die Bedeutung des Kreuzes und des offenen Kreises eine große Rolle: „Wir alle sind eingeladen, in dem offenen Kreis Platz zu nehmen. Christen und Atheisten, Moslems und Hindus, Heiden und Juden, Sektierer und Abergläubische, Weiße und Schwarze, Gelbe und Rote, aus Ost und West, aus Nord und Süd, Unwissende und Wissende, Reiche und Arme, Flüchtlinge und Daheim Gebliebene, Kranke und Gesunde, die Kapelle ist offen für dich und mich. Kein Kreis, der dich gefangen nimmt, ein offener Kreis. Keiner hat das Recht, ihn zu schließen. Unser Gott aller, der Gott ohne Namen, nur er kann den Kreis schließen, Er tut es heute nicht. Das Zeichen dafür ist das Kreuz.“

Raumerleben wird zum Erlebnisraum
Das Gegenteil zum gerade am Eingang des Landeskrankenhauses fluktuierenden Verkehr ist die Hauskapelle: ein Ort der Besinnung und Meditation, für Kranke und Genesende ausersehen, die ihr Leben womöglich gründlich umplanen und vom Grunde auf neu einzurichten haben. Von hauptsächlicher Bedeutung ist aber der Teppich, dessen konstruktive Musterung das Raumempfinden verstärkt, Kreise bildet und Bezirke rändert. Die gewisse Nüchternheit und Ökonomie (die zum Beispiel die von der Baukonstruktion vorgegebenen Pfeiler und Deckenteilung aufgreift und einbezieht) und die kalkulierten Umstände des Raumplanes werden durch das Licht kompensiert. Raumerleben wird zu Erlebnisraum, zu einer Zelle der Einkehr und Betrachtung im großen Ganzen des modernen Heilbetriebes.  

 

 
Daten & Fakten

Projektleitung

  • Land Vorarlberg, Abteilung Kultur
  • Land Vorarlberg, Abteilung für Hochbau und Gebäudewirtschaft

Künstlerische Gestaltung

  • Teppich, Paravents, Altar,
  • Tabernakel, Türgriffe Heinz Greissing, 1975

Kruzifix

  • Herbert Albrecht, 1956

Marienstatue

  • Unbekannt

Architekten

  • Karl Sillaber (1975),
  • Baumschlager Eberle (2018)

Textilrestaurierung

  • Hanna Grabner, Innsbruck
  • Elisabeth Delvai, Sterzing

Teppichmanufaktur

  • TISCA Tischhauser AG
  • Gestickter WARON Teppich
  • Verlegt von Manfred Berle



© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (16.11.2018)
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